Herzensangelegenheiten

Demenz ist eine der wenigen Krankheiten, die über 100 Jahre nach ihrer Entdeckung noch immer als unheilbar gilt. Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leiden bundesweit über 1,5 Millionen vorwiegend ältere Menschen an dieser Volkskrankheit.

Brücken bauen, Verständnis schaffen

Vereinfacht dargestellt führt sie bei Betroffenen zu Gedächtnis-, Orientierungs- und Sprachstörungen sowie Störungen des Denk- und Urteilsvermögens bis hin zu Veränderungen der Persönlichkeit. Die starke Beeinträchtigung des Alltags führt viele in den Status des „Pflegefalls“.

Aufgrund prominenter Fälle wie Gerd Müller, Rudi Assauer, Margaret Thatcher oder Ronald Reagan findet Demenz in der Öffentlichkeit immer mehr Beachtung. Dennoch besteht bei vielen vor allem jüngeren Menschen ein großes Hemmnis, sich mit dieser Krankheit und ihren Betroffenen auseinanderzusetzen.

Vor dem Hintergrund, dass Experten aufgrund der Bevölkerungsalterung mit einem weiteren Anstieg der Fälle rechnen, steigt der Bedarf, hier generationsübergreifende Brücken zu bauen. Deshalb möchten wir mit dem ART des Lebens Projekt „Herzensangelegenheiten“ dem Thema eine neue gemeinsame Plattform geben, die Jung und Alt gleichermaßen anspricht und zusammenbringt.

Begegnungs-Event im Frühling 2018

Für den Frühling 2018 planen wir ein besonderes Event bei der die Leichtigkeit der Jahreszeit einen weniger schwerfälligen Blick  auf das Thema mit sich bringen soll. Passend dazu zeigen wir in Kooperation mit der Initiative „Herzbilder“ Fotografien, die einen wichtigen und dennoch viel zu selten beachteten Aspekt von Demenz hervorheben: „Das Herz wird nicht dement und die Liebe hört niemals auf.“ Derartige „Frühlingsgefühle“ sind Gegenstand der Aufnahmen von Hannah Lebershausen-Theobald und Bettina Lebershausen, die „Herzbilder“ 2016 gründeten. „Wir wollen zeigen, dass Liebe, Lebensfreude und Humor feste Bestandteile des Lebens dementiell erkrankter Menschen sind und dass Stigmatisierungen und Berührungsängste völlig fehl am Platz sind.“ – so das selbsterklärte Ziel der Initiative.

Besonders jüngeren Menschen fehlt der Zugang zum Thema Demenz. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, das Thema mit dieser Fotoausstellung zugänglicher zu machen und Menschen aus allen Altersgruppen zusammenzubringen. Das fördert nicht nur das Verständnis der gegenseitigen Bedürfnisse sondern ist auch Triebfeder zum persönlichen Engagement.

Deshalb geben wir mit dem anstehenden „Begegnungs-Event“ besonderen Einrichtungen und Organisationen aus Hamburg eine Bühne. Sie stellen Möglichkeiten vor, persönlich aktiv zu werden und eröffnen mit wertvollen Impulsen einen neuen Zugang zur Erkrankung und deren Betroffenen. Unterstützt von Musikern findet der Abend in einer lockeren, freundlichen Atmosphäre statt. Schließlich soll jeder Besucher Demenz als persönliche „Herzensangelegenheit“ wahrnehmen.

 

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